Präsident hält Faschingszügel in Händen

In Wörth startet die närrische Saison am Samstag mit dem Hof- und Staatsball. Heinz Maier kündigt sein Ende als Präsident an.

Präsident Heinz Maier hat den Fasching 2015 im Visier. Foto: Meister
Präsident Heinz Maier hat den Fasching 2015 im Visier. Foto: Meister

VON WALTER SCHIESSL, MZ

WÖRTH Der Wörther Fasching ist mit dem Namen von Heinz Maier untrennbar verbunden. Der gebürtige Niederbayer, der seit Anfang der 80er Jahre in Wörth lebt, war mit seiner damaligen Gattin Irene Rothfischer 1987 das erste Prinzenpaar, mit dem die gerade neu gegründete „Narradonia“ den ersten Fasching bestritt. Maier hatte bei den Auftritten Blut geleckt und ließ sich das Jahr darauf auch zum „Präsidenten“ wählen. Mit Maier nahm der Wörther Fasching einen gewaltigen Aufschwung. Jetzt ist der Mitarbeiter des städtischen Bauhofs 62 Jahre alt und denkt auch schon etwas ans Aufhören. „Mein Entschluss, 2017 nicht mehr als Präsident anzutreten, steht“, lässt der Wörther Ober-Narr alle, die es hören wollen, wissen.

Maier hat in Zusammenarbeit mit dem damaligen Zeremonienmeister Anton Rothfischer die Weichen für den ersten Faschingszug gestellt. Der erste wurde 1989 veranstaltet, abwechselnd mit einer Faschingsgaudi kam man schnell auf den zweijährigen Rhythmus. Als einzige Faschingsgesellschaft entschied sich die „Narradonia“ unter Maiers Regie, auch während des Faschings 1991 aufzutreten. Die anderen Karnevalisten hatten aufgrund des gerade begonnenen Irak-Kriegs darauf verzichtet. Einzig der Rathaussturm und der Gaudiwurm wurden abgesagt, aber die geplanten Auftritte der Gesellschaft blieben. „Freilich hatten wir dadurch ein großes Defizit zu tragen“, erinnert sich der Präsident, denn auf stattliche Einnahmen wurde dadurch verzichtet.

Suche nach dem Nachfolger

Die Prinzenpaare absolvierten meist eine Saison, auch wenn man jedem anbiete, ein einziges Mal verlängern zu dürfen, damit die Majestäten in den Genuss kämen, bei einem närrischen Umzug vom hohen Gardewagen den Wörthern und ihren Gästen zuwinken zu dürfen. „Außer Irmgard und Walter Pilz sowie Anita und Christian hat das aber Keiner gewollt“, weiß der 62-Jährige, der vor zehn Jahren eine Auszeichnung erhielt, sich künftig Ehrenpräsident der „Narradonia“ nennen zu dürfen. Das sei schon außergewöhnlich, sagt er selbst, denn er sei ja noch lange in Amt und Würden.

Heinz Maier bereitet nun seine „Narradonia“ langsam darauf vor, dass 2017 endgültig Schluss sein werde. Der Verein solle sich auf die Suche nach einem Nachfolger machen, sagt er selbst. Dass das schwierig sei, stehe außer Frage. Im Auge habe er schon einige Personen, denen er zutraue, den 180 Mitglieder zählenden Verein zu leiten, aber, ob diese auch dazu bereit seien, das wisse im Augenblick noch keiner. Klar sei für ihn, so Heinz Maier weiter, dass es für ihn auf keinen Fall einen Verlängerung geben werde. „Ich bin 2017 genau 28 Jahre lang Präsident und das reicht auch“, sagt der Wörther. Geführt habe er die „Narradonia“ dann von 1988 an, als er Franz Hausladen, der – anders als er selbst – zu den Gründungsmitgliedern gezählt hatte. Mit Ausnahme eines Jahres, als er einen Streit im Verein gegeben hatte und Maier zurücktrat, habe er immer das Vertrauen der Mitglieder erhalten. „Ich weiß schon, dass das nicht selbstverständlich ist“, sagt er zu den Vorgängen in der „Narradonia“. Maier genießt auch unter den mehr oder weniger benachbarten Faschingsgesellschaften wie Sarching, Friesheim, Sarching, Neutraubling, Alteglofsheim große Wertschätzung. Keine dieser Abordnungen nehme im Kerngebiet der „Narradonia“ Auftritte ab, umgekehrt sei dies ebenso der Fall. „Das Verhältnis untereinander ist bestens“, merkt Heinz Maier an.

Der Wörther Fasching startet am Samstag mit dem Hof- und Staatsball im Rosenhof. Dabei wird das neue Prinzenpaar Anna-Lena I. und Dominik I. seinen ersten öffentlichen Auftritt nach der Inthronisation haben. Die Majestäten, die auch privat verbandelt sind, freuen sich schon sehr darauf, im Rampenlicht stehen zu dürfen. Unbekannte im Wörther Fasching seien sie ohnehin nicht, erzählt Heinz Maier, denn Krankenschwester Anna-Lena tanzte schon länger in der Garde und Dominik, ein Pfatterer Zerspannungsmechaniker, fungierte vor zehn Jahren als Kinderprinz.

Hoffen auf schöne Saison

Für Heinz Maier ist klar, dass die Anstrengungen, eine saubere Saison hinzulegen, perfekt wie immer ablaufen müssen, Das gelte für die 35 Gardemädchen ebenso wie für den Elferrat und das Prinzenpaar selbst. „Wir werden heuer an die 40 Auftritte absolvieren“, sagt der Wörther Ober-Narr. Die Planungen dafür sind angelaufen, die vier Garden hätten schon seit Monaten ihre Tänze eingeübt, Anna-Lena und Dominik hätten ebenso in vielen Stunden ihren Walzer und den Zugabe-Tanz einstudiert. „Die Faschingssaison soll dann schon sehr schön werden“, sagt Heinz Maier vorab.

(Quelle: Mittelbayerische Zeitung vom 09.01.2015)

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