Sabrina und Sergej bilden das neue Prinzenpaar

Kerzengerade und breitschultrig steht Sergej Konakow am Sonntag auf der Bühne, das Hemd ist in die Jeans geschoben, die Augen strahlen Ruhe aus. Sabrina Limmer, weißer Pullover, braune Locken, schmiegt sich an seine
rechte Schulter und lächelt zaghaft ins Publikum. Das also sind der neue Faschingsprinz und die neue
Faschingsprinzessin. Dieses Paar wird in der neuen Saison 2012/2013 als Aushängeschild von „Narradonia“ fungieren. Der Bürgersaal jubelt den beiden zu. Man fühlt sich erinnert an die Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton – jetzt fehlt nur noch der Kuss.
Der kommt dann auch, wenig später. Sabrina I. und Sergej I. sind offenkundig auch privat ein Paar.
„Narradonia“-Präsident Heinz Maier schaut der Liebesbekundung lächelnd zu. Dann sagt er Sätze ins Mikrofon wie „Wir haben da ein sehr junges, hübsches Paar gefunden“ oder „Ich glaube, ich habe nicht zu viel versprochen“. Der Präsident wirkt glücklich. Und erleichtert. Das ist er wohl auch. Immerhin war bis vor kurzem völlig unklar, wer es denn jetzt machen würde. Nachdem Anita und Christian Limmer bekannt gegeben hatten, dass sie nicht länger Prinzenpaar sein wollen, musste Maier zwei Nachfolger auftreiben. Er hörte sich also um, fragte verschiedene Leute – und holte sich einen Korb nach dem anderen. Faschingsprinzenpaar zu sein, mag prestigeträchtig sein, zeitaufwändig und mühsam ist es allerdings auch. Man fährt herum, absolviert Auftritte, steht im Rampenlicht:
nicht jedermanns Sache. Dabei lag die Lösung doch so nahe; Maier sah den Wald vor lauter Bäumen nicht. Er nimmt einen Schluck Bier. „Ich war so ein blöder Hund“, sagt er. „Ich hab ja gar nicht gesehen, was für junge, talentierte
Leute wir im Verein haben.“ Maiers Lebensgefährtin gab ihm schließlich den entscheidenden Tipp: Sie hatte sich mit Anita Limmer unterhalten, und da war das Gespräch dann auch auf Tochter Sabrina gekommen. Die könnte es
machen, erfuhr Maier. 

Einstiges Funkenmariechen

Sabrina Limmer ist in „Narradonia“- Kreisen keine Unbekannte. In
den vergangenen zwölf Jahren machte sie sich als Funkenmariechen einen Namen, wirbelte herum, zeigte Spagate, Radschläge, Flickflacks und andere Akrobatiknummern; Sachen, die den Zuschauern für gewöhnlich ein staunendes
„Oooooh!“ entlockten. Man konnte in solchen Momenten verstehen, warum das Funkenmariechen Funkenmariechen heißt. Wäre das nicht die perfekte Prinzessin? Ja, fand Maier. Zumal der Prinz gleich mit dabei war: Konakow erklärte sich bereit, seiner Freundin zur Seite zu stehen, auch wenn er einer ganz anderen Richtung entstammt: „Der Sergej macht eigentlich Breakdance“, sagt Maier. Am letzten Sonntag im Oktober kam die endgültige Zusage. Per Telefon. Und jetzt, zwei Wochen später, präsentieren sich Sabrina I. und Sergej I. im Bürgersaal endlich der Öffentlichkeit. Aus den Lautsprechern ertönt gebetsmühlenartig der Mainzer Narrhalla-Marsch, schließlich bekommt jeder „Narradone“ von Sabrina I. und Sergej I. einen Orden umgehängt. Es gibt
Verbeugungen, Umarmungen, Bussis; der Hofstaat huldigt seinem Prinzenpaar. Und passenderweise erschallen immer wieder die obligatorischen „Aya Aya, Bussi Bussi!“- Rufe. Man hat sich lieb bei „Narradonia“ – und der graue
Herbst vor der Tür mit seinen Alltagsproblemen ist auf einmal in weite Ferne gerückt.

Prinzengarden vorgestellt

Neben der Krönung des Prinzenpaars stellt Maier am vergangenen Sonntag auch die einzelnen Faschingsgarden
vor. In der Bambinigarde tanzen Sarah Beke, Emely Gaspar, Anja Wiesbeck, Julia Pehl, Patricia Dietl, Jasmin Eckert und Theresa Kerscher (Trainerin: Carina Schwesinger). Die Teeniegarde setzt sich zusammen aus: Selina Neubauer, Lorena Groß, Daniela Zeug, Julia Fischer, Julia Bosl, Patricia Bosl, Christina Lisner und Julia Rottmeier (Trainerin:
Daniela Weig). In der auf Showtanz spezialisierten Jugendgarde werden Laura Diewald, Sabrina Härtl, Michelle
Priesnitz, Lena Mühlbauer, Sabrina Sturm, Carina Schwesinger, Sabrina Eckert, Yvonne Rossmeier und Helena Beil aktiv sein (Trainerin: Julia Rösch). Und dann ist da natürlich noch die Prinzengarde, bestehend aus Theresa Högerl, Ramona Peter, Anna-Lena Graimann, Daniela Weig, Julia Berger, Caroline Dums, Stefanie Rossmeier, Bettina Dums, Viktoria Dums und Andrea Schmidbauer (Trainerinnen: Bettina und Viktoria Dums). Zum Elferrat gehören Florian
Limmer, Jan Landgraf, Susanne Zeug, Andreas Limmer, Christine Landgraf, Angelika Schwesinger, Diana Graimann, Anita Limmer, Christian Limmer, Jasmin Bamberg, Martina Rossmeier, Ullrich Knott, Martin Mader, Jürgen Rossmeier,
Martin Gritschmeier, Harald Stangl, Andreas Binder, Irene Rösch und Ernst Lischke. Auf die ersten öffentlichen Auftritte muss nicht mehr allzu lange gewartet werden: Am 5. Januar 2013 findet der Hof- und Staatsball statt, am 26. Januar folgt der Schläferball. Am 10. Februar steigt die große Prunksitzung, am 12. Februar wird die Faschingssaison mit dem Kehraus beschlossen. Dazu kommen diverse Auftritte, die in den nächsten Wochen noch vereinbart werden. Man darf neugierig sein auf das, was die Garden seit Mai – einmal pro Woche – einüben.
„Ich bin schon ganz gespannt auf die Auftritte “, sagt denn auch Anton Rothfischer, Bürgermeister und „Narradonia“-Gründungsmitglied. Auf das „schneidige Prinzenpaar“ freue er sich natürlich ebenfalls, fährt Rothfischer fort: „Die Sabrina kann ja einiges, und auch der Sergej hat sportlich einiges drauf.“ Das Prinzenpaar genießt und schweigt. „Willst du noch was sagen, Sergej?“, fragt Meier. Kopfschütteln. „Und du, Sabrina?“
Kopfschütteln. „Muss auch nicht sein“, sagt Meier und zuckt mit den Schultern. Er weiß ja: Schon sehr
bald wird sein Prinzenpaar Taten sprechen lassen.

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